Venezianische Maske mit Federschmuck

Zu den prachtvollen Exemplaren der Maskenkunst zählt zweifelsohne die venezianische Maske mit Federschmuck. Je nach Anordnung, Volumen und Farbe der Federn entstehen so geheimnisvolle Masken, die auch den Kopf miteinbeziehen und daher gleichzeitig als besonderer Kopfschmuck anzusehen sind.

Die Colombina mit Federschmuck

Meist findet sich die venezianische Maske mit Federschmuck als Colombina. Bei hochwertigen Masken werden ausschließlich echte Federn in Handarbeit verarbeitet. Das erlaubt vielfältige Variationen, die fantasievolle Wirkweisen zu Tage bringen. So können einzelne lange Federn in einer Farbe, aber mit natürlichen Farbabweichungen, von der Mitte her nach oben ragen, die weich auseinanderfallen und so bei jeder Bewegung mitschwingen. Auch kunstvolle seitliche Arrangements, die das Ohr leicht bedecken oder eine komplett mit Federn besetzte Colombina sind bei den Ausführungen der venezianischen Masken mit Federschmuck eine Option. Besonders bei den Damen der gehobenen Gesellschaft zur Zeit des Rokoko waren venezianische Masken mit Federschmuck sehr gefragt, da sie auch ein gewisses Statussymbol verkörperten.

Die meisten venezianischen Masken mit Federschmuck sind Columbinas

Eine fächerförmige Anordnung der Federn kann sich über die Stirnpartie erstrecken oder sogar den Kopf einrahmen. Solche Masken zeigen einen optisch verlängernden Effekt und lassen die Trägerin oder den Träger größer erscheinen. Sie verstärken die Wirkung eines pompösen Kostüms und verleihen ihm majestätisches Flair. Der Anonymitätsgrad steigt bei Masken mit üppigem Federschmuck ebenfalls an, da nicht nur ein Bereich des Gesichts sondern auch Teile des Kopfes verdeckt sind. Das erhöht die Spannung ungemein.

Theatralische Auftritte sind mit Ganzmasken garantiert, die das Gesicht komplett verdecken und die zu allen Seiten mit Federn in unterschiedlicher Anordnung bestückt sind. Diese Federschmuck-Masken hüllen Trägerin oder Träger in das vollkommene Inkognito.

Symbolische Bedeutung von Federschmuck

Federkopfschmuck ist uns vor allem von den Indianern und den Hochkulturen der Inkas und Azteken bekannt. Federkopfschmuck symbolisiert hier den Status innerhalb des Stammes oder des Volkes. An Anordnung, Zeichnung und Farbe der Federn lässt sich erkennen, welche Verdienste insbesondere Krieger oder Stammesführer erworben haben. Üppigen Federschmuck durften daher auch nur Personen tragen, die sich ihre Federn "verdient" hatten. Aus dieser Ableitung lassen sich Rückschlüsse auf die besondere Wirkung des Federschmucks bei venezianischen Masken ziehen: Federn als Ausdruck der gesellschaftlichen Stellung und eines besonderen Machtgefüges sowie der Anerkennung.