Bedeutung der verschiedenen venezianischen Masken

Venezianische Masken in ihren verschiedenen Variationen werden mit dem Karneval in Venedig gleichgesetzt, dazu trägt Mann oder Frau barocke Kostüme und bewegt sich geheimnisvoll in der Masse. Doch findet sich neben dieser Assoziation auch eine tiefergehende Bedeutung der Masken? Die Antwort lautet: Ja.

Die Wurzeln der venezianischen Masken

Die venezianischen Masken gehen auf die Theatergattung der "Commedia dell' Arte" zurück, die im 16. Jahrhundert in Italien und Frankreich ihren Siegeszug antrat. Es handelte sich dabei um leicht verständliche Schauspielkunst, ein unterhaltsames Theater, das sich heute am ehesten mit einem Lustspiel vergleichen lässt. Die eingesetzten Masken dienten dazu, die verschiedenen Gesellschaftsschichten untereinander besser abgrenzen zu können und auch Charaktereigenschaften wurden durch die Maskierung symbolisiert.

Bedeutung der wichtigsten venezianischen Masken

  • Colombina: Die einfache Frau aus der Unterschicht, die durch ihre Schönheit und ihr Selbstbewusstsein begeistert. Sie weiß, was sie will, gibt sich natürlich und lebensfroh. Übersetzt bedeutet Colombina Täubchen, woraus auch die schwungvolle Flügelform der Maske resultiert.
  • Arlechhino bzw. Jolly: Dieser Charakter hat eine dienende und unterhaltende Funktion. Am einfachsten lässt sich diese Figur mit einem Hofnarr oder Harlekin vergleichen. Die entsprechenden Masken können sowohl mit einem lachenden als auch mit einem traurigen Gesichtsausdruck versehen sein.
  • Zanni: Die Unterschicht, das einfache bäuerliche Volk, wird durch die Zanni Maske dargestellt. Diese Figuren verdienen ihren Lebensunterhalt meist als Dienstboten oder Gehilfen bei der wohlhabenden Mittel- und Oberschicht in der Stadt. Die Zanni-Figur wird zudem oft mit wenig Intelligenz und fehlender Bildung gleichgesetzt.
  • Medico Della Peste: Die Ähnlichkeit mit der Zanni Maske führt mitunter zu Verwechslungen, denn die so genannte "Pestmaske" verfügt ebenfalls über einen langen Schnabel, der aber bei genauem Hinsehen eher mit einen Rüssel vergleichbar ist. Die Pestmaske wurde von Ärzten getragen, um der ansteckenden Krankheit bei Behandlungen vorzubeugen.
  • Dottore: Die Dottore Maske lässt sich mit heutigen Worten am besten mit dem Charakter eines "Blenders" gleichsetzen, denn sie stellt einen gebildeten Juristen dar, der eigentlich nur mit schönen Worten glänzt, ohne tatsächlich über echtes Wissen zu verfügen. Aus diesem Grund erklärt sich auch die belustigende und eher verballhornende Optik der Maske fast von selbst.
  • Bauta: Der Stadtadel trug die Bauta zum Ausgehen, um die vollkommene Anonymität zu wahren. Darüber hinaus war diese Maske auch Pflicht, wenn es um die Teilnahme an politischen Veranstaltungen ging, bei denen wichtige Entscheidungen getroffen werden sollten. Durch die besondere Formgebung im Kinnbereich musste diese Maske auch beim Essen und Trinken nicht abgenommen werden.